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Grundlagen

Das „Coaching in Beziehungen“ habe ich aus meiner persönlichen Biographie entwickelt. Mit Beginn der Pubertät habe ich für meine Tante – sie war damals 45 Jahre alt – Zeichnungen mit Männertypen gemacht, da sie auf Partnersuche war. Meine Mutter hat verhältnismäßig spät nach der Trennung von meinem Vater den Mann ihres Lebens mit einem kleinen Trick von mir gefunden: Als sie mich fragte, wie alt mein Klassenlehrer war, den sie wohl ganz toll fand, sagte ich: „So alt wie du.“ Der Mann sah wirklich gut aus – er war wesentlich älter, aber das spielte dann keine Rolle mehr.

In meinem Studium habe ich mich mit Psychologie und Sexualpädagogik befasst. Ich untersuchte systematisch die damals vorhandene Literatur, ähnlich wie Friedrich Koch in seinem Buch Negative und positive Sexualerziehung. Eine Analyse katholischer, evangelischer und überkonfessioneller Aufklärungsschriften. Heidelberg 1971. Ich orientierte mich unter anderem an der Literatur des Psychoanalytikers Prof. Dr. Horst Scarbath und den Vorlesungen und Seminaren des Erziehungswissenschaftlers Prof. Horst Wetterling sowie den Kinsey-Reports des US-amerikanischen Zoologen und Sexualforschers.

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Daraufhin sah ich eher im naturwissenschaftlichen Bereich meine berufliche Zukunft, beschäftigte mich mit der Programmierung von Computern und mit Simulationen. Die Idee einer „Beratung in allen Lebenslagen“ entstand 1978 in Köln. Dabei schien mir die Methode des „Neuro-Linguistischen Programmierens“ ein guter Ansatz zu sein und führte in den 1990er Jahren zum Aufbau eines eigenen Bildungs-Institut, welches für alle Alters- und Berufsgruppen Seminare, Coaching und Beratung angeboten hat.

Eine persönliche Begegnung im Sommer 1998 war für mich Anlass, Beziehungsproblematiken näher zu untersuchen. Diese Untersuchungen wurden in den Folgejahren überschattet von intensiven Auseinandersetzungen mit Fällen von sexuellem Missbrauch und den sich ergebenden Langzeitfolgen für das Leben des einzelnen Menschen. In den öffentlichen Medien trat das Thema erst 2013 in den Vordergrund. Rückblickend sind zum Beispiel die Folgen der „sexuellen Revolution“ um 1970 aus heutiger Sicht zu bewerten und in der Beratungspraxis zu berücksichtigen. Aber auch die Erlebnisse und Gewalterfahrungen unserer Vorfahren aus dem Zweiten Weltkrieg 1939-1945 spielen eine Rolle. Hierzu eine aktuelle Buchvorstellung. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist die Ausgewogenheit, indem die spezifisch weiblichen und männlichen Sichtweisen und Empfindungen - durch Einsatz oder Rückkopplung entsprechender Berater - berücksichtigt werden.

Die Sicht des Wissenschaftlers ist oft sehr theoretisch. Erst die eigene Lebenserfahrung ermöglicht einen angemessenen Umgang mit Problemen, die den einzelnen Menschen entscheidend prägen. Wissenschaft beantwortet nicht die Fragen des Einzelnen nach dem Lebenssinn. Die Philosophie kann dabei helfen. Verschiedene Religionen bieten Lösungen an, doch ist dabei ein Missbrauch nicht ausgeschlossen. Aus dem technokratischen Ansatz der modernen Psychotherapie, wie sie hauptsächlich in Deutschland und den USA entwickelt wurde, und den Erfahrungen anderer Kulturen ist eine Synthese möglich zum Wohle und zur Heilung des Menschen. Diese Synthese mündet in ein neuartiges Konzept, dessen Erfolge wir in Erfahrungsberichten hier vorstellen werden.

Geschrieben 08.09.2014, letzte Fassung vom 21.10.2015